Café Lorenz in Nürnberg
Es gibt Dinge, die man nicht tun sollte. Als Gastronom: alten Kuchen verkaufen. Als Gast: Kuchen bestellen, wenn man sieht, dass nur noch zwei Stück in der Vitrine liegen.
Schön wäre es gewesen, wenn die Bedienung mir als Stammgast Kuchen nicht mehr verkauft hätte, der offensichtlich alt ist. Das hätte ich als bevorzugte Behandlung empfunden, mich gefreut und weiterhin Vertrauen gehabt. Ein Stück alter Kuchen ist nun kein Weltuntergang – man könnte es als Ausnahme ansehen. Und ein nächstes Mal einen neuen Versuch starten, denn der Kuchen war schließlich bislang gut gewesen.
Ein letztes Stück so trockenen und festen, eiskalten Marmorkuchens an einen Neukunden herauszugeben, wäre noch schlimmer: der Gast würde vermutlich nie wieder kommen – oder zumindest sicherlich keinen Kuchen mehr bestellen.
Liebes Lorenzteam, vielleicht war der Kuchen auch “erst” vom Vortag. Wenn die Aufbewahrung offen in der Vitrine jedoch reicht, den restlichen Kuchen innerhalb eines Tages wirklich kaputt zu machen, verzichtet doch auf die letzten 5 Euro Umsatz. Hätte mir der Kuchen geschmeckt, wäre ich länger geblieben und hätte mehr gegessen und getrunken.
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